Erdwärmespeicher / Langzeit-Wärmespeicher

Im Winter mit der Sommersonne heizen – geht das?

Für die Nutzung erneuerbarer Energien, sei es Solarthermie, Photovoltaik oder Wärmepumpen, stehen heute langjährig erprobte und bezahlbare Technologien zur Verfügung.

Ein Problem ergibt sich aber nach wie vor aus dem tageszeitlich und saisonal schwankenden Energieangebot und dem häufig zeitversetzten Energiebedarf. Solare Strahlung steht nur tagsüber zur Verfügung und im Sommer, wenn sie am wenigsten zum Heizen benötigt wird, ist sie im Überfluss vorhanden. Tageszeitliche Schwankungen lassen sich mittlerweile durch effiziente Pufferspeicher ausgleichen – aber was tun in Schlechtwetterperioden oder in den kalten Wintermonaten?
Ein Erdwärmespeicher bietet eine Möglichkeit, mittel- und langfristig Wärme zu speichern und damit unabhängig von saisonalen Schwankungen abrufbar zu machen.

Für die Speicherung von Wärmeenergie ist stets ein Wärmeträger als Speichermedium nötig. Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Langzeitwärmespeicherung ist unter anderem von der Wahl dieses Wärmeträgers und dessen Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität abhängig. Als Langzeitspeicher kommen z. B. große Wasser- oder Soletanks, das Erdreich oder sogenannte Latentwärmespeicher, bei denen der Energieträger durch die zugeführte Wärme seinen Aggregatzustand wechselt (nicht aber die Temperatur), in Frage. Die Befüll- und Entnahmeprozesse des Tanks werden meist elektronisch geregelt und z. B. den Witterungsverhältnissen sowie dem Energiebedarf angepasst. Die dafür benötigte Antriebsenergie des Systems kann dabei sogar über eine eigene kleine Photovoltaikanlage gedeckt werden.

Eine Speicherung von Wärme über Wochen und Monate erfordert in der Regel hohe Investitionen in die Projektplanung und technische Realisierung. Das Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien wird damit allerdings deutlich gesteigert.