Energiewende im Landkreis

Klimaschutz gehört zu den dringenden Aufgaben, die Landkreise und Kommunen in Zeiten des Klimawandels anpacken müssen, um die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen zu sichern. In diesem Zuge kommt es als positiver Nebeneffekt zu einer wirtschaftlichen Stärkung und einer Steigerung der regionalen Wertschöpfung.

Doch es sind die Menschen in unserem Landkreis, die die Energiewende tatsächlich verwirklichen. Sie investieren in die Nutzung erneuerbarer Energien, in die Sanierung ihrer Häuser oder in energieeffiziente neue Gebäude. Dafür die Weichen zu stellen, ist ein wichtiges Anliegen der Landkreispolitik.

Zahlreiche Projekte sind bereits angestoßen und umgesetzt worden, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die Nutzung erneuerbarer Energien zu steigern: beispielsweise die Förderung von Gebäude-Energieberatungen oder Informationsveranstaltungen wie die Vortragsreihe E3. Umweltbildung an Schulen oder Projekte wie die „Klimawerkstätten“ dienten vor allem dazu, die Bürgerinnen und Bürger, Jung und Alt, für Themen wie Energiesparen und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen zu interessieren und zu sensibilisieren.
Um einen Ansprechpartner im Bereich Energie zu haben, wurde 2013 von nahezu jeder Gemeinde und jeder Stadt im Landkreis ein Energiewendebeauftragter  bestellt. Sie bündeln die Aktivitäten und Prozesse der Energiewende auf kommunaler Ebene und sind Ansprechpartner für alle Akteure.

Energiebilanz

Um den Energieverbrauch und den eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien im Landkreis und in den Städten und Gemeinden im Blick zu behalten, wird regelmäßig eine Energiebilanz des Landkreises erstellt. Diese Ist-Analyse und Auswertung von Energieverbrauchsdaten wird den Bürgermeistern und Energiewendebeauftragten der Städte und Gemeinden jährlich zur Verfügung gestellt. Sie macht Entwicklungen sichtbar und dient den Landkreiskommunen als Grundlage für Entscheidungsprozesse.

Die aktuelle Energiebilanz mit detaillierten Daten aus allen Städten und Gemeinden im Landkreis können Sie auf den Internetseiten des Landkreises herunterladen.

Erneuerbare Energien im Landkreis

Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim ist, vor allem was die Nutzung erneuerbarer Energien betrifft, auf einem guten Weg. Ein  ausgewogener Strommix aus Biomasse-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen ist und bleibt ein Vorteil im Landkreis. Dem Gesamtstromverbrauch 2015 im Landkreis von 521.646 MWh steht eine Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien von 568.615 MWh entgegen. Es können also 109 % des Strombedarfs durch Strom aus erneuerbaren Energien abgedeckt werden.

Vorzeigeprojekte des Landkreises sind die Energie- und Verwertungsanlage Dettendorf (EVA), die Hackschnitzelzentralanlage für das Landratsamt, das Schulzentrum und die Markgrafenhalle. Das Schulzentrum in Bad Windsheim wird u. a. mit Nahwärme der Firma Heunisch versorgt. Nahezu alle Dächer der landkreiseigenen Liegenschaften sind mit Photovoltaikanlagen versehen.

Integriertes Klimaschutzkonzept und Klimamanagement

Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und seine 38 Gemeinden erarbeiten derzeit zusammen mit der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karls-ruhe ein integriertes Klimaschutzkonzept (iKsk). Gefördert wird das iKsk durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit 65 % über den Projektträger Jülich.

Das integrierte Klimaschutzkonzept besteht aus folgenden Teilabschnitten:
1. Energie- und Treibhausgasbilanz
2. Potenzialanalyse
3. Akteursbeteiligung
4. Maßnahmenkatalog
5. Verstetigungsstrategie
6. Controlling-Konzept
7. Kommunikationsstrategie

Die Themen Klimaschutz, Naturschutz und Umweltschutz sollen durch die Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Die Energiewende muss in allen Bereichen des Lebens gedacht werden: Gesundheit, Ernährung, Regionale Wertschöpfung, Wärme, Strom, Mobilität, am Arbeitsplatz, in der Schule und zu Hause.

Eines der wesentlichen Ergebnisse des iKsk wird ein konkreter Maßnahmenkatalog sein, den es dann in den folgenden Jahren umzusetzen gilt. Alle 38 Gemeinden und Städte haben erklärt, aktiv an diesem Prozess teilzunehmen. D. h. der Landkreis und seine Gemeinden gehen diese wichtige Zukunftsaufgabe gemeinsam an und werden damit einen wegweisenden politischen und nachhaltigen Rahmen schaffen, die Anforderungen zur Treibhausgasreduzierung in allen Lebensbereichen zu erfüllen.

Weitere Informationen:
·    Projektträger Jülich (PTJ)
·    Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMBU)

BürgerEnergieWende

Die Gestaltung einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft beruht vor allem auf dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Wesentliches Instrument der Bürgerbeteiligung im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim ist der Arbeitskreis Energie der Agenda 21, der sich bereits seit dem Jahr 2000 mit dem Thema beschäftigt und auch die Entstehung des integrierten Klimaschutzkonzeptes aktiv begleitet hat. Sehr erfolgreich wurde auch die Veranstaltung „Open Space“ durchgeführt – ein Diskussions- und Aktionsforum, in dem zahlreiche Interessierte unter dem Motto „Energiewende + Zukunft im Landkreis gestalten“ ein vielfältiges Themenspektrum bearbeiteten. Engagement in Ortsteilen und Dorfgemeinschaften führt immer häufiger zu dezentral gesteuerten Biomasseheizungen oder Nahwärmenetzen, gespeist aus der Abwärme der Biogasanlagen.

RegionalVersorgt – Energie und Nahversorgung in Bürgerhand

Ein erfolgreiches Beispiel für eine bürgerschaftliche Initiative ist auch die Arbeit der Genossenschaft „RegionalVersorgt“, in der sich Bürgerinnen und Bürger für eine zukunftsfähige Entwicklung im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim stark machen. Neben dem Aufbau von regionalen Versorgungsstrukturen gehören die Nutzung erneuerbarer Energien sowie die effiziente Nutzung von Energie mithilfe von BHKW-Contracting oder Carsharing--Projekten zu den zentralen Anliegen. Mit dem „RegionalVersorgt Ökostrom“ bietet die Genossenschaft zudem regional produzierten Strom an, der zu 100 % durch erneuerbare Energien gedeckt ist. 

Weiter Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartnerin zu Fragen der Energiewende im Landkreis

Landratsamt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim

Adenauerallee 1, 91413 Neustadt a.d.Aisch
09161/92-0
Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grund- und Mittelschule in Neuhof a.d.Zenn © Gemeinde Neuhof a.d.Zenn