Gesetzliche Rahmenbedingungen

Mit einer Reihe von Gesetzen, Anreizen und Förderungen steuern Bund und Länder die Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Für Sie als Sanierer oder Häuslebauer sind einige Gesetze und Regelungen für Ihr Bauvorhaben unmittelbar relevant.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV definiert Mindeststandards für die energetische Gebäudequalität. Eine Novellierung ist im Mai 2014 in Kraft getreten. Beurteilt wird jeweils die Gesamtenergiebilanz, in die sowohl die Eigenschaften der Anlagentechnik als auch des baulichen Wärmeschutzes mit einfließen. Bei Neubau und Umbau von Wohn- und Nichtwohngebäuden müssen die Vorschriften eingehalten werden. Aber auch bei bereits bestehenden Gebäuden können Nachrüstungen vorgeschrieben sein.

Wesentlich für die Beurteilung der Energiebilanz ist der Primärenergiebedarf. Dieser bezieht sich auf die beheizte Wohnraumfläche und berücksichtigt neben dem Energiebedarf für Heizung und Warmwasser auch die Verluste, die bei der Gewinnung des Energieträgers, dessen Aufbereitung und Transport anfallen. Die Nutzung erneuerbarer Energien wirkt sich positiv auf die Beurteilung der Gesamtenergiebilanz aus. Weitere Vorschriften sind Mindestanforderungen an die Gebäudedichtheit und an die Transmissionswärmeverluste der Gebäudehülle.

Durch die novellierte EnEV 2014 wurden die energetischen Anforderungen an Neubauten (nicht bei Sanierungen) seit Januar 2016 um durchschnittlich 25 % des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 % bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle angehoben. Als Ausblick: Die aktuelle Anhebung der Neubauanforderungen ist ein Zwischenschritt hin zum EU-Gebäudestandard: Ab dem Jahr 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im Niedrigstenergie-Gebäudestandard errichtet werden.

Informationen finden Sie hier.

Gebäudeenergieausweis

Bei jedem Verkauf und jeder Neuvermietung von Wohnungen oder Gebäuden – ob Wohn- oder Nichtwohngebäude – muss dem zukünftigen Eigentümer oder Mieter ein Gebäudeenergieausweis vorgelegt werden. Denkmalgeschützte Gebäude, Gebäude im Ensembleschutz und kleine Gebäude mit weniger als 50 m2 Nutzfläche sind von dieser Pflicht ausgenommen. Der Energieausweis informiert über den konkreten Energiebedarf (Heizung und Strom), über Energieverluste, die über Schwachstellen in der Gebäudehülle und der Anlagentechnik entstehen, und gibt darüber hinaus Modernisierungsempfehlungen. Die Empfehlungen dienen der Information und zwingen den Eigentümer nicht zur Umsetzung.

  1. Der verbrauchsorientierte Energieausweis bietet einen Überblick über den tatsächlichen Verbrauch. Er wird aus den Daten der letzten Heiz- und Stromkostenabrechnung berechnet und spiegelt damit hauptsächlich das Nutzerverhalten der Bewohner wider, weniger die energetische Qualität des Gebäudes.

  2. Der bedarfsorientierte Energieausweis basiert dagegen auf einer technischen Analyse des Gebäudes und ermöglicht damit eine vom Nutzerverhalten unabhängige Bewertung der energetischen Gebäudequalität. Er ist vorgeschrieben für Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen, die mit einem Bauantrag vor dem 1.11.1977 errichtet und nicht mindestens auf das Anforderungsniveau der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 modernisiert wurden. Ein Bedarfsausweis ist Grundlage für die Nutzung staatlicher Förderprogramme.

Energieausweise werden von einem dafür zugelassenen Energieberater ausgestellt. Aussteller von Energieausweisen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Zweck des Wärmegesetzes ist es, eine nachhaltige Entwicklung der Wärme- und Kälteversorgung zu ermöglichen und die Weiterentwicklung der Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern. Das Gesetz soll dazu beitragen, den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bis zum Jahr 2020 auf 14 % zu steigern.

Seit 2009 sind die Eigentümer von Neubauten verpflichtet, für ihre Wärmeversorgung zum Teil erneuerbare Energien zu nutzen. Seit 2011 gilt dies auch für die Kälteerzeugung. Wer das nicht will, kann stattdessen andere klimaschonende Maßnahmen ergreifen (sogenannte Ersatzmaßnahmen), wie z. B. eine stärkere Dämmung oder die Deckung des Wärme- und Kältebedarfs zu mindestens 50 % aus Abwärme oder aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen). In der Pflicht sind alle Eigentümer neu errichteter Gebäude, gleichgültig, ob es sich um öffentliche oder private Bauherren handelt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bundesimmisionsschutzverordnung

Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)

Mit dieser Verordnung, deren Novellierung im März 2010 in Kraft getreten ist, soll die Emission von Feinstaub, Kohlenmonoxid (CO) und anderen Schadstoffen aus Kleinfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, wie z. B. Kaminöfen oder Holzpelletheizungen, reduziert werden.

Die Verordnung betrifft sowohl neue als auch bestehende Feuerungsanlagen. Neue Anlagen müssen strenge Grenzwerte für Staubemissionen und Kohlenstoffmonoxid einhalten und bestimmte Mindestwirkungsgrade erreichen. Bereits installierte Anlagen müssen mit einem durch das Deutsche Institut für Bautechnik zugelassenen Sekundärsystem nachgerüstet werden. Falls die neuen Grenzwerte nicht eingehalten werden, werden bestehende Anlagen außer Betrieb genommen. Zuständig dafür ist Ihr Schornsteinfeger. Diese Nachrüstpflicht für alte Feuerungsanlagen wird in den kommenden Jahren (bis 2024) schrittweise umgesetzt.

Informationen erhalten Sie bei Ihrem Schornsteinfeger.

Trinkwasserverordnung

Schutz vor Legionellen in Mietshäusern

Entgegen dem Bestreben, aus energetischen Gründen ein Heizungs- und Trinkwassersystem mit niedrigen Temperaturen zu betreiben, kann das für die Trinkwasserbereitung unangenehme Folgen haben. Denn bei Temperaturen von 25-50 °C können sich Legionellen besonders gut vermehren.

Das Einatmen von mit Legionellen belastetem Wasserdampf (z. B. beim Duschen oder bei Klimaanlagen) kann zu einer lebensgefährlichen Infektion führen. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, sollte in jeder Warmwasseranlage eine Temperatur von möglichst 60 °C erreicht werden. Seit 2012 sieht die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) strengere Regeln für die Untersuchungen auf Legionellen vor, die nahezu alle vermieteten Mehrfamilienhäuser in Deutschland betreffen.

Informationen erhalten Sie auch auf den Internetseiten des Bundesumweltamtes:
·    www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser
·    www.dvgw.de/themen/wasser